Looper    

4+2 Looper mit Inserts für 6 Effektgeräte

Hier eine Bauanleitung für ein Mono-Loopsystem, dass die meisten Anforderungen erfüllen sollte, sich ansonsten jedoch leicht den eigenen Bedürfnissen entsprechend anpassen lässt (mehr Loops, Stereo etc.)

„Wat is ne Looper???“

Dieser einfache Looper (Abb.1) stellt eine nicht programmierbare Schaltzentrale für Effektgeräte dar, die sich dann über ein kleines Floorboard einzeln fernsteuern lassen. Jeder Schalter auf dem kleine Board schaltet einen Effekt ein oder aus. Kein Stepptanz mehr übers riesige Stressbrett und keine Panik auf kleinen Bühnen!! Die Effektgeräte selber können dort stehen, wo halt noch irgendwo Platz ist (s.u.).

„Wat is de Vorteil von ne Looper???“


Wer die Effekte samt Looper in seinem Combo an die Rückwand schraubt kann auf Rack oder Stressbrett völlig verzichten. Spart Platz im Anhänger, auf der Bühne und es gibt auch eine Kiste weniger zu schleppen. Und die Einstellknöppe verdrehen sich auch nicht mehr wie von selber …

Konzeption

Der Looper besteht aus 2 Komponenten: Dem eigentlichen Looper mit seinen Schaltrelais und der Fernbedienung, dem sog. „Floorboard“ mit 6 Schaltern.
Der Looper arbeitet mit Relais, sorgt so für echten Bypass, und ist in 2 Sektionen aufgeteilt: Loop A hat 4 Inserts für 4 Effektgeräte und wird in der Regel vor den Amp geschaltet. Loop B hat 2 Inserts für 2 Effekte, die z.B. in der Effektloop des Amps, hinter dem Lineout oder sonst wo liegen können. Wer aber nu unbedingt z.B. 6 Tretminen vor dem Amp fährt kann „Loop A Out“ mit „Loop B In“ per Klinkenstrippe verbinden und hat dann 6 Inserts für 6 Effekte in einer gemeinsamen Loopsektion. Alles klar???

In meinem Fall ist der Looper wie folgt beschaltet:

Vor dem Amp:

Hinter dem Amp-Lineout:

  • Loop 5 = Delay/Reverb
  • Loop 6 = unbenutzt/Reserve

Loops die nicht benutzt werden, sind automatisch gebrückt. D.h., tritt man mal aus Versehen auf den On-Schalter einer unbenutzten Loop, passiert gar nix, das Signal wird automatisch durchgeschleift.

Aufbau

Abb.4 zeigt den Schaltplan/Layout. Die ganze Sache ist so einfach aufgebaut, dass auch Anfänger mit Grundkenntnissen da durchsteigen sollten. Jede Loopsektion hat einen Ein- und Ausgang. Loop A hat 4 Inserts (Stereoklinkenbuchsen), Loop B deren 2. In diese Inserts hängt man die Effekte per Y-Kabel (Tip=Send, Ring=Return). Die Relais (2xUm) schalten das Signal nun auf die Inserts/Effekte oder an diesen vorbei auf Bypass. Jedes Relais bekommt wie üblich eine Schutzdiode (1N4148) spendiert.

Die Spannungsversorgung erfolgt über ein handelsübliches stabilisiertes 9V-Netzteil (den meisten 12 Volt-Relais reichen 9Volt für einwandfreie Funktion), wobei die Eingangsspannung an eine DC-Out-Buchse durchgeschleift wird, um die Effektgeräte mit Strom zu versorgen. In meinem Gerät habe ich dafür isolierte Cinchbuchsen benutzt, aber das kann jeder machen wie er will.

Abb. 2 zeigt das Innenleben. Am einfachsten geht der Aufbau auf einer zurechtgesägten Euro-Lochrasterplatine; Perfektionisten ätzen eine Platine selber. Die Platine hängt dann an den Klinkenbuchsen und wird mit diesen an der Frontplatte festgeschraubt. Ich habe meine Looper in ein Hammond-Alugehäuse Typ 1444-10 eingebaut, die Inserts sitzen hier um 90° abgewinkelt und sind per Litze mit der Platine verbunden. Mein Gerät weicht deshalb minimal von dargestellten Layout ab. Frontplatte und sonstige Beschriftung macht man sich per CorelDraw fix selber (Abb. 3).

 
Links seht ihr die Trampelkiste („Floorboard“) mit der sich die ganze Geschichte nu fernbedienen lässt. Jedem Fußschalter ist eine LED zugeordnet, die zeigt, ob der entsprechende Effekt ein- oder ausgeschaltet ist. Den nötigen Strom erhalten die LEDs per Phantompower vom Looper. Die Verbindung zum Looper folgt über ein 8-poliges abgeschirmtes Kabel.

Es gibt 8-polige DIN-Steckverbinder, sogar verriegelbar, die sich gut für diesen Zweck eignen und nicht so teuer sind wie Multipin XLR-Stecker.

Masseschleifen

In quasi jedem Effektgerät sind Spannungs- und Signalmasse bereits an einem Punkt verbunden. Um nun Masseschleifen zu vermeiden, sollte nur die Signalmasse von Loopsektion A am Gehäuse hängen (oder die Spannungsmasse, nicht aber beide). Loop B ist von Loop A massemäßig getrennt. Wer mit den Effekten in Loop B z.B. einen zweiten Amp anfährt, hat so ebenfalls keinen Stress mit Brummen.

Und nu viel Spaß und Erfolg beim Nachbau. Wie immer gilt: Alles ohne Gewähr und nach besten Wissen und Gewissen!

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